Gentile Fornarini, Maler und Töpfer aus Faenza – Leben und Werk im Rechnungsbuch eines Renaissance-Meisters

May 07, 2022
Gentile Fornarini pittore e vasaio di Faenza – Vita e lavoro nel libro dei conti di un maestro del Rinascimento - CLAI

Präsentation des von Carmen Ravanelli Guidotti herausgegebenen und von "La Mandragora" verlegten bedeutenden Bandes in Faenza, dank der Unterstützung von CLAI.

Die Präsentation des Bandes findet am Freitag, den 20. Mai um 17 Uhr im Kino Teatro Sarti in Faenza statt. Gentile Fornarini, Maler und Töpfer aus Faenza – Leben und Werk im Rechnungsbuch eines Renaissance-Meisters, herausgegeben von Carmen Ravanelli Guidotti, mit Beiträgen von Lucio Donati, Valentina Mazzotti, Corina Mezzetti, M. Roberta Stanzani und Marcella Vitali, für den Verlag La Mandragora aus Imola. Bei der Veranstaltung Die Veranstaltung ist für die gesamte Stadt zugänglich ; Behörden und Experten werden anwesend sein.

Die Landwirtschaftliche Arbeitergenossenschaft Imolesi, CLAI, fühlt sich geehrt, diese kulturelle Veranstaltung anlässlich des sechzigsten Jahrestages der Gründung unseres einzigartigen Unternehmens unterstützt zu haben.“ spezifiziert Giovanni Bettini, Präsident von CLAI –, einzigartig aufgrund der Werte, die seinen Weg seit seiner Gründung geprägt haben, Männer und Frauen, die sich dem Aufbau eines wahrhaft genossenschaftlichen Unternehmens verschrieben haben, bei dem das Individuum, das Mitglied und dessen Wunsch nach Glück, wozu auch die Liebe zu Kultur und Schönheit gehört, im Mittelpunkt des Handelns stehen.

„Dieses Werk ist ein origineller Beitrag von höchstem Wert für die Gemeinde Faenza“, fährt Bettini fort, „der durch die Rekonstruktion des Lebensweges von Gentile Fornarini, einem Meister der Renaissance, offenbart wird. Wir müssen daher Dr. Carmen Ravanelli Guidotti Anerkennung zollen, die ihr international anerkanntes Fachwissen und ihre wissenschaftliche Expertise im Bereich der künstlerischen Keramik mit einer bemerkenswerten Portion Mut und Beharrlichkeit verbunden hat, die ich persönlich bewundern durfte, um ein so anspruchsvolles Unterfangen wie die Veröffentlichung dieses Werkes anzugehen, das die Wissenschaftlerin und emeritierte Kuratorin des Internationalen Keramikmuseums (MIC) der Stadt Faenza widmet.“

Faenza kann neben zeitlosen Majolika-Meisterwerken auch ein außergewöhnliches, wenn nicht gar einzigartiges Dokument der Renaissance vorweisen: das Kontobuch („vacchetta“) von Gentile di Antonio Fornarini, einem Maler und Töpfer, der in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts tätig war.

Die vollständige Veröffentlichung wurde von Fachleuten auf diesem Gebiet jahrelang erwartet, und heute bietet dieser monographische Band mit nicht weniger als 337 Seiten eine fotografische Reproduktion des Originals in nahezu faksimileartiger Form sowie die dazugehörige kritische Edition mit erläuternden Anmerkungen.

Zusätzlich zu diesen grundlegenden Aspekten wird das in zwei Teile gegliederte Werk im ersten Teil durch einige Beiträge ergänzt, die darauf abzielen, die Persönlichkeit des Meisters mit dem Kontext der Stadt Faenza in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts zu verbinden und einen Querschnitt des Alltagslebens eines Handwerkers in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts zu bieten, wodurch sozusagen Licht auf die familiäre Seite seines Lebens geworfen wird.

Zunächst werden Informationen zur Erwerbung des Manuskripts durch die Bibliothek des Internationalen Keramikmuseums präsentiert (Valentina Mazzotti). Anschließend folgt ein Profil der Kunstszene Faenzas in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts (Marcella Vitali). Daraufhin wird die Kunstszene um eine Beschreibung Faenzas und seiner Umgebung erweitert (Lucio Donati). Dieser erste Teil schließt mit zwei Beiträgen (Carmen Ravanelli Guidotti), Kontextessays, die sich nicht nur mit der Person des Töpfers jener Zeit, sondern auch mit Aspekten des Alltagslebens von Gentile befassen.

Der zweite Teil des Bandes, der sich vollständig dem Manuskript und den dazugehörigen Dokumenten widmet (Kernstück dieser Arbeit, einschließlich der fotografischen Reproduktion und Transkription der Vacchetta), beginnt mit einer ausführlichen philologischen Analyse (Corinna Mezzetti), gefolgt von einer fotografischen Reproduktion im nahezu faksimilischen Format, die den Vorteil bietet, ein visuell authentisches Bild des Originals zu vermitteln. Im Anschluss an die fotografische Reproduktion folgt eine kritische Edition (Carmen Ravanelli Guidotti) mit Anmerkungen und Kontextapparat, die das Textverständnis erleichtern und somit ein flüssiges Lesen gewährleisten soll.

Es folgt ein Anhang (Lucio Donati und Carmen Ravanelli Guidotti), der mehrere Dokumente in chronologischer Reihenfolge zusammenfasst, um die Anwesenheit von Maestro Gentile und seinen Verwandten in der Gegend von Faenza zu jener Zeit zu belegen, sowie ein Bericht über die Konservierung und Restaurierung der Handschrift (Roberta Stanzani). Der Band schließt mit einem ausführlichen Sachregister.

Die Lektüre von Meister Gentiles Kuhfellgemälde stellt das Bild eines unabhängigen Künstlers wieder her und festigt es. Er war in der Lage, seine Zeit zwischen Malerei und angewandter Kunst aufzuteilen, und er war ein Handwerker und Kaufmann, der aktiv in die Welt von Angebot und Nachfrage eingreifen konnte. Damit repräsentiert er sinnbildlich die vielseitige Mentalität eines Meisters der italienischen Renaissance.

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